
LeseZeit
Faschingsferien 2025/2026
„Lesen ist Denken mit fremdem Gehirn.“ Jorge Luis Borges
5./6. Klasse: Die beste Bahn meines Lebens von Anne Becker
„Ich hab keine Ahnung, wie Nele das macht. Aber sie weiß immer, wann ich absolut keine Lust habe, mich über irgendein Mädchen zu unterhalten. Und dann quatscht sie natürlich über nichts anderes.“
Jan ist mit seinen Eltern und Geschwistern umgezogen und muss sich nun in der Schule und Umgebung zurechtfinden. Durch ein entflohenes Huhn lernt er das Nachbarmädchen Flo kennen und langsam freundet er sich mit ihr an, da sie ihm zum Beispiel beim Streichen seines Zimmers hilft. Erst als Linus dazwischen grätscht und Flo drangsaliert, merkt Jan, dass er handeln und Flo beschützen muss. Dabei ist er überhaupt kein Held und kann außer Schwimmen nichts richtig gut.
Das Buch zeigt, wie schwierig es manchmal ist, das Richtige zu tun und sich in einem neuen Umfeld einzugewöhnen. Aber es hält auch viele Situationen bereit, in denen Freundschaft entstehen kann und macht einem klar, dass man selbst etwas dafür tun muss. Der lockere Sprachstil, die anschauliche Erzählweise und die kurzen Kapitel unterstützen das zügige Lesen.
7./8. Klasse: Der große schwarze Vogel von Stefanie Höfler
„Pa sah mir ins Gesicht, als käme er gerade aus einer anderen Welt und müsste sich an meinem Blick festklammern, um nicht wieder gewaltsam in sie hineingezogen zu werden, wie ein Held in einem Science-Fiction-Film. Er atmete ein und aus und ein und aus, bevor er weitersprach. (…) Ich weiß nicht einmal, ob das hier eine Geschichte wird. Aber falls es eine wird, dann soll sie erzählen, wie das ist, wenn jemand plötzlich stirbt. Wie die ersten Tage vergehen, wie man damit klarkommt. Oder wie man eben nicht damit klarkommt.“
Bens und Krümels Mutter stirbt völlig unerwartet und die Geschichte erzählt aus Bens Sicht, wie er, sein Bruder und sein Vater damit und den vielen schönen Erinnerungen an sie umgehen. Auch wenn mit einem Mal nichts mehr so ist, wie es war, das Leben geht nicht nur irgendwie weiter, sondern es passieren neue und ganz wunderbare Dinge.
Ein an sich schwerer Stoff wird sensibel, jugendgerecht, anschaulich und ehrlich erzählt. Man erfährt viel über Bens Gefühle und Gedanken und kann sich so gut in die Situation des Jungen hineinversetzen. Mit einem Hoffnungsschimmer am Schluss endet das Buch, dass immer wieder zwischen realistischen Erinnerungen und der Zeit des Todes von Bens Mutter hin und her wechselt.
9./10. Klasse: Hard Land von Benedict Wells
„Zack zuckte erneut zusammen und stieß mit dem Fuß gegen ein Tischbein. Pip verengte die Augen und musterte ihn über den Tisch hinweg. Zweimal innerhalb von dreißig Sekunden, das war merkwürdig. Sie wiederholte Ants Worte in ihrem Kopf. Moment mal, da war ein Muster zu erkennen. Zach war jeweils bei dem Wort Unfall zusammengezuckt. Hatte er das absichtlich gemacht oder achtete sie einfach zu sehr auf alles, was die anderen taten?“
Statt an ihrem Schulprojekt zu arbeiten, für das sie noch ein Thema sucht, geht Pippa zusammen mit dem befreundeten Nachbarsjungen zu einer Geburtstagsparty, die als Krimi-Dinner stattfindet. Dabei stellt sie schnell fest, wie viel Spaß es ihr macht dem Täter Hinweis um Hinweis und durch ihre Beobachtungsgabe sowie den detektivischen Spürsinn auf die Schliche zu kommen.
Diese Vorgeschichte zum Bestseller „A good Girl’s guide to murder“ von der gleichen Autorin ist ein kurzweiliges und schnell lesbares Buch für Krimifans, das erklärt, warum sich Stella so für Kriminalfälle, vor allem den im Ort, interessiert.