Winterferien 2025/2026
„Wer Bücher liest, schaut in die Welt und nicht nur bis zum Zaune.“
5./6. Klasse – Ein tierisch bewegtes Leben
Frauke Scheunemann: Winston. Ein Kater in geheimer Mission (233 Seiten, Taschenbuch 8,95 €)
Was in aller Welt ist das? Es riecht seltsam und sieht noch seltsamer aus … aber es liegt in meinem Napf! Ich vermute also, dass ich es fressen soll. Ach du heiliges Katzenklo! Das muss ein Missverständnis sein. Und zwar ein großes. Ich werde das aufklären, sofort !
Das Buch beginnt mit Winstons beschaulichem Leben auf dem Sofa, das sich jedoch schnell ändert, als Kira und ihre Mutter in die Wohnung einziehen. Gemeinsam mit Kira wird Winston in einen mysteriösen Kriminalfall verwickelt, der sie auf eine abenteuerliche Reise durch die Stadt führt. Als Winston plötzlich in Kiras Körper landet, wird die Situation noch komplizierter. Doch mit Mut, Cleverness und Zusammenhalt gelingt es den beiden, das Geheimnis zu lüften und für Gerechtigkeit zu sorgen.
Meinung: Was zunächst mit dem Körpertausch von Katze und Mädchen etwas verwirrend beginnt, spinnt sich dann zu einer Detektivgeschichte mit vielen lustigen und schrägen Momenten. Der lockere und leicht verständliche Sprachstil fesselt und vermittelt auch erwachsenen Lesern einen guten Einblick in das teils etwas chaotische Leben eines Teenagers.
7./8. Klasse – Augen so blau wie das Meer
Susan Kreller: Schneeriese (206 Seiten, Taschenbuch 8 €)
„Einsneunzig. Als ein paar Leute vor einem Jahr in der Schule angefangen hatten, ihm diesen Namen hinterherzurufen, weil irgendwer seine genaue Größe herausgefunden hatte, da war Stella auf die Idee gekommen, Adrian zu Hause auch so nennen, damit es gar nicht erst wehtat. Damit es nichts als ein Name war. Damit es nichts war.“
Der 14-jährige Adrian ist für sein Alter mit 1,94 Metern ungewöhnlich groß. Seine Mutter will, dass er sich einer Hormontherapie unterzieht, um sein Wachstum zu stoppen – doch Adrian lehnt das ab. Stella, die gleichaltrige Nachbarstochter, ist seine langjährige Freundin. In den letzten zwei Jahren hat sich der schüchterne Adrian in Stella verliebt, was er bisher nicht ausgesprochen hat. Adrian hat Angst, dass Stella seine Liebe nicht erwidert. Ins Nachbarhaus zieht eine neue Familie ein. Sie lernen die Familie, die aus Georgien geflohen ist, kennen. Während Adrian weiterhin skeptisch bleibt, freundet sich Stella schon bald mit Dato, dem Sohn der Nachbarsfamilie, an. Adrian fühlt, dass zwischen beiden mehr als nur Freundschaft ist. Er wendet sich völlig von Stella ab. Er beginnt an sich zu zweifeln und gerät in eine große Krise, bei der er in einer Winternacht fast sein Leben verliert, aber auch lernt, seinen ersten großen Liebeskummer zu überwinden.
Meinung: Der Ton des Buches trifft die Gefühlswelt des Teenagerjungen genau und zeigt, wie schwer es ihm fällt, zu akzeptieren, dass er Stella mehr liebt als sie ihn. Manchmal ist der Erzählton so beschreibend, als würde der Erzähler über der Szene schweben und darüber berichten; nur dass man eben auch Adrians Gedanken und Gefühle erfährt. Das Buch hilft dabei, sich in jemanden hineinzuversetzen, den man gerade verlässt oder den man eben nur gut, aber nicht liebenswert findet.
9./10. Klasse: Gefühlschaos
Ashley Elston – 10 Blind Dates für die große Liebe (329 Seiten, Taschenbuch 12,90 €)
„Nachdem ich duschen war und mir die Haare geföhnt habe, fühle ich mich ein bisschen besser. Auf einer Skala von normal bis absolute Katastrophe befinde ich mich bei halbwegs passabel. Schließlich arbeite ich mich den Flur in Richtung Küche entlang, aus der ein Chor an Stimmen dringt, und bereite mich innerlich auf den Ansturm vor. Die Familie ist da.“
Sophie wünscht sich nur eins: Zeit zu zweit mit ihrem Freund. Doch dann serviert Griffin sie aus heiterem Himmel ab – und Sophies Herz ist gebrochen. Zum Glück weiß ihre Nonna, was man gegen Liebeskummer tun kann: Zusammen mit der ganzen Familie arrangiert sie für Sophie zehn Blind Dates an zehn Tagen. Doch zwischen all den süßen, aber auch verrückten Typen weiß Sophie schon bald gar nicht mehr, wo ihr der Kopf steht. Und als wäre das nicht schon (Gefühls-) Chaos genug, steht plötzlich auch noch Griffin vor ihrer Tür, der sie zurückgewinnen will. Aber möchte Sophie das überhaupt? Denn vielleicht schlägt ihr Herz schon längst für jemand anderen.
Meinung: Sophies Oma hat ein sehr offenes Wesen und ein großes Herz für ihre Familie; vor allem will sie nicht, dass ihre Enkeltochter sich schlecht oder herabgesetzt fühlt. Mit den zehn Verabredungen lenkt sie Sophia von ihrem Liebeskummer ab und hilft ihr, ihr Selbstwertgefühl wieder aufzubauen. Dabei sind manche Szenen so alltagstypisch und humorvoll, dass man beim Lesen oft schmunzeln muss. Auch wenn relativ schnell klar wird, wenn Sophie tatsächlich liebt, ist es eine schöne Geschichte, die in den Weihnachtsferien spielt.